Weil es gut tut.
  • Sagenhaftes Deutschland – Die Uracher Brezel-Legende

    Unsere Heimat steckt voller unerzählter und vergessener Sagen.

    Wir möchten Ihnen mit einigen dieser Geschichten den Alltag ein wenig sagenhafter machen.

     

     

    „Breze“, „Brezn“ , „Brezerl“, „Bretzet“ oder „Bretzg“ und „Bretschl“ – die Brezel hat wohl viele Namen, aber eines haben sie gemeinsam:

    Der Begriff der Brezel entstand  aus dem lateinischen  Wort „bracchium“, also zu deutsch „Arm“.

     

    Brezel von superscheeli auf flickr.com (CC BA-SY 2.0)

    Brezel von superscheeli auf flickr.com (CC BA-SY 2.0)

     

    Das salzige, geschnörkelte, in Lauge getränkte Gebäck ist nicht nur in Deutschland sehr beliebt, sondern zum Beispiel auch in den USA! Dort gibt es schon einen Tag der Brezel.

    Doch woher kommt die Idee der Brezelform, wie wir sie heute kennen?

    Das Laugengebäck wurde erstmals als Ring im alten Rom gegessen und blieb bis nach dem Mittelalter unverändert.

    Zunächst wurde es auf christlichen Abbildungen des Abendmahls aus dem 12. Jahrhundert entdeckt (Hortus Deliciarum), wie es aber zu der Brezelform gekommen ist, die bereits damals ähnlich war, ist historisch nicht belegbar.

    Aus diesem Grund haben sich im Laufe der Zeit viele Theorien zur Entstehung der Brezel entwickelt.

     

    brezel

     

    Die berühmteste stammt aus dem heutigen Bad Urach und führt zurück in das Jahr 1477.

    Dem Uracher Bäcker Frieder drohte der Tod, da er dem Grafen Eberhard übel nachgeredet hat. Dieser war durchaus zur Gnade bereit, denn er schätze die Talente des Bäckers sehr.

     Dem Bäcker musste es gelingen ein Brot zu backen, durch welches die Sonne drei mal durchscheinen kann und dem Kaiser besser schmecken wird, als alles was er kennt. Drei Tage hatte er Zeit, um dem Kaiser ein solches Gebäck zu bringen.

    Doch der Bäcker blieb ratlos und sein Tod rückte nach zwei Tagen immer näher. Am letzen Tage war der Bäcker gerade dabei einen leicht gesalzenen Hefeteig zu kneten, da er wusste, dass der Kaiser eher herzhaft isst. In aller Verzweiflung schaute er zu seiner Frau hinüber, die auch ihn, gerade mit verschränkten Armen, anblickte und gerade Fisch zubereitete. Die Form der verschlungenen Arme brachten den Frieder auf eine Idee.  Er rollte den Teig zu einer Wurst, in der Mitte dicker und an den Enden schmal und zierlich, wie die Arme seiner Frau. Er verknotete die Enden so, dass er am Ende einen Bauch und die verschränkten Arme als Gebäck vor sich liegen hatte. Er schürte sofort den Holzofen an und als er heiß war, sprang seine Katze aus der Ofenniesche und stieß an das Backblech. Alle geformten Teiglinge fielen in den großen Topf mit Lauge, welchen seine Frau zum Fisch benötigt hatte. Der Ärger war groß und der Frieder wollte von neuem beginnen, doch seine Frau bestand darauf, die verpatzten Teiglinge trotzdem zu backen, denn die Zeit war knapp. Frieder stimmte zu und in aller Eile streuten sie noch ein wenig Salzkörner darüber.

    Die dünnen und knusprigen Arme mit dem weichen Bauch kamen nicht nur bei seiner Frau unglaublich gut an, denn als der Bäcker zum Kaiser rannte und ihm auf Knien das Gebäck zeigt, war dieser total begeistert. Auch die Sonne konnte gleich drei mal durchscheinen, so wie es die Aufgabe war.

    So konnte der Bäcker Freier aus Urach dem Tode Entkommen und erfand dabei die berühmte Brezel, benannt nach den Armen seiner Frau.

    Quelle: http://www.brezel-baecker.de/brezelgeschichte#kapitel2

    Vielleicht war es wirklich ein Zufall, der zu der Erfindung und Entstehung der Brezelform geführt hat, aber es gibt Dinge auf der Welt, die durchaus ein Geheimnis bleiben können.

    Und da Sie jetzt mit Sicherheit auch Lust auf eine Brezel haben: Guten Appetit !